Die Trade-up Challenge ist ein viel diskutiertes Thema im Sammelkarten-Hobby und ich habe Lust mich damit zu beschäftigen. Am vergangenen Wochenende ist ein Film bei YouTube erschienen, der eine Trade-up Challenge in den Mittelpunkt gestellt hat. Vorab möchte ich aber festhalten, dass meine spätere Kritik an diesen Challenges sich nicht auf dieses Video bezieht, denn dieses ist eine großartige Werbung für das Hobby und ich freue mich euch schon bald ein Interview mit dem Macher hinter dem Video zu präsentieren.
Der neue Film im Hobby, über den alle sprechen
Mischa Lorenz hatte die Challenge sich hochzutraden und besuchte dafür viele prominente Gesichter aus dem Hobby um zum einen seine Trade-up Challenge zu gestalten, aber gleichzeitig als Anfänger sich einen Einblick in die Welt der Trading Cards zu verschaffen. Alles beginnt mit einem NFL-Blaster „Topps Chrome 2025 NFL“ und endet mit einem Besuch im B-Brothers Store.
Seine Reise durch die Hobby-Welt nimmt uns mit an spannende Orte, wie etwa die „Tief im Westen Trade Night“ in Bochum, Junks Playground in Moers und er ist auch zu Gast bei verschiedenen Breakern.
Schaut euch den Film gerne hier an und lest aber auch weiter, denn es wird noch spannend:
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Was ist eine Trade-up Challenge?
Bei einer Trade-up-Challenge wird mit einer günstigen Sammelkarte begonnen und dabei wird versucht durch Trades (Tausch) eine möglichst wertvolle Karte am Ende der Challenge zu besitzen.
Dies wird gerne von Content Creatorn auf Messen oder eben für solche Video-Projekte gemacht. Es gibt aber auch Fälle, da wird so etwas für einen guten Zweck oder ein Gewinnspiel durchgeführt, sodass die am Ende ertauschte Trading Card verlost wird oder der Erlös nach dem Verkauf oder einer Versteigerung einem guten Zweck zugutekommt.
Nicht alle feiern diese Art von Challenge
Wenn ich das Internet nach der „Trade-up Challenge“ durchforste, dann lande ich schnell in einigen Reddit-Foren, die diese kritisieren, weil einige sich auf diese Challenge beziehen, um sich so zu bereichern. Gerade bei jüngeren Sammlern fällt es oft bei laufender Kamera schwer diese Challenge als Händler nicht zu unterstützen, weil die Angst besteht, dass diese Ablehnung am Ende im Internet landet und kein gutes Licht auf den Händler oder den Sammelkarten-Shop wirft.
Der prominenteste Eintrag bei der Google-Suche „Trade-up Challenge Kritik“ ist dieses Reddit-Forum hier mit dem Titel „Hört auf, eure Kinder Trade-Up-Challenges machen zu lassen“. Dort wird angemerkt, dass es eine Strategie ist um nach kostenlosen Sammelkarten zu betteln und viele sehen auch die Motivation dieser Trade-up-Challenges in den erfolgreichen und reichweitenstarken Videos vieler Influencer.
Ich mache keinem Kind einen Vorwurf, wenn es aus intrinsischer Motivation heraus versucht eine solche Challenge anzugehen, aber ich verstehe auch Händler und Sammler, die solche Aktionen nicht unterstützen wollen und können.
Viele Reddit-User berichten auch davon, dass manchmal bis häufig die Eltern diese Motivation ihren Kindern mitgeben, um über die Kinder an wertvolle Karten oder Produkte zu kommen und das geht in meinen Augen gar nicht. Wir hatten erst kürzlich den Fall, dass auf der „The National Sports Collectors Convention“ ein Vater oder Großvater gemeinsam mit seinem Sohn oder Enkel eine Karte stahl und dies von den Kameras aufgezeichnet wurde. Diese Instrumentalisierung von Kindern ist jetzt nicht zu vergleichen mit der Trade-up-Challenge, zeigt aber wie weit ein solches toxisches Verhalten im Sammelkarten-Hobby gehen kann.
Große Kritik an Trade-up Challenge von Leonhart
Es gibt auch bei Reddit viele Referenzen zu einer Trade-up Challenge von dem YouTuber Leonhart, der auf einer Messe mit einer Pokémon-Münze begann und sich zu einem wertvollen „PSA 10 Nachtara“ hochgetauscht hat. Die Kritik an dieser Challenge wurde in vielen Videos thematisiert, da er ein bekannter YouTuber in der Pokémon-Szene ist, sodass viele für eine Erwähnung in dem Video sich auf Tauschgeschäfte eingelassen haben, die sie bei einem normalen Sammler oder Messebesucher nie gemacht hätten. Die größte Kritik an dieser Vorgehensweise ist, dass der Influencer die Karte am Ende behalten hat, anstatt diese zu verschenken oder zu verlosen. Leonhart hat übrigens aktuell mehr als 2 Millionen Abonnenten auf YouTube und hat mit dem Video ohnehin mehrere tausend Dollar verdient.
Natürlich ist er nicht verpflichtet diese Karte am Ende abzugeben, aber es gibt auch zahlreiche Videos von Influencern, die ihre Karten oder Produkte am Ende verschenken oder verlosen, wobei verschenken oder für einen guten Zweck versteigern die zwei besseren Varianten in meinen Augen sind.
Große Fehler in einer Trade-up Challenge
In dem Video von Mischa Lorenz ist mir ein „großer“ Fehler aufgefallen, den er auf der Trade Night in Bochum gemacht hat, denn dort hat er zwei Karte getradet und dann zehn Karten bekommen, die einen „Gewinn“ von fünf Euro darstellten, laut den Angaben in dem Video. Der Aufwand jetzt alle zehn Karten erneut so zu tauschen, dass am Ende erneut eine wertvollere Karte dabei herausspringt ist gewaltig, gerade weil es alles 2-3 €-Karten, wenn überhaupt waren. Es ist leichter eine Karte gegen eine andere etwas wertvollere Karte zu traden, wenn ein passender Fan bei einer Sportkarte gefunden wird.
Am Wochenende war ich allerdings auch bei einer Trade Night und habe dort von einem Breaker mitbekommen, dass die für ihre Shows auf Whatnot, Voggt oder ebay Live lieber viele kleinere Karten aufkaufen, da die bei entsprechender Community und Reichweite einfacher für mehr Geld als der eigentliche Kartenwert zu verkaufen sind. Gerade in Einzelkarten-Shows können günstige Einzelkarten für „viel Gewinn“ verkauft werden.
Das Ende des Videos bei den B-Brothers ist kein Fehler und auch kein Grund für Kritik, sondern ein episches Finale, denn hier wird gegambelt. Alles begann mit einem Blaster-Opening und endete in einem Hobbybox-Opening, das leider nicht erfolgreich war. Natürlich wäre solch ein Gambling bei einer persönlichen Trade-up Challenge nicht empfehlenswert, wie es der Macher des Film am Ende auch bedauert, aber für den Spaß und Nervenkitzel natürlich ein schönes Finale für das Video.
So gehst du deine persönliche Trade-up Challenge an
Natürlich ist eine Trade-up Challenge perse nicht das Böse. Du kannst privat jederzeit mit einer solchen Challenge starten. Es gibt einen Unterschied, ob du mit Kamera und Promi-Bonus auf einer Messe mit deiner Trade-up Challenge spazieren gehst oder ob du von zu Hause in deinem stillen Kämmerchen dir eine solche Challenge gesetzt hast.
5 Tipps für deine Trade-up Challenge:
- Start-Budget setzen: Setz dir ein Start-Budget, welches aus einer Karte, einem Produkt oder auch einem finanziellen Rahmen bestehen kann
- Zielsetzung: Eine Challenge muss ein Ende bzw. ein Ziel haben. Definiere dein Ziel, egal ob finanzieller Gewinn oder deine Chase-Card
- Marktplätze auskundschaften: Versuche deine Start-Karte bei ebay, Cardmarket oder anderen Marktplätzen für mehr Geld als den eigentlichen Wert zu verkaufen. Kaufe von dem Geld neue Karten, um diese erneut für mehr Geld zu flippen.
- Besuche Messen und Trade Nights: Besuche Messen und Trade Night und versuche Liebhaber für deine Karte zu finden, damit du ein wenig Gewinn mit einem Tausch oder Verkauf erzielst, aber bleib dabei immer fair und ehrlich
- Social-Media-Reichweite: Manche Karten sind in Deutschland selten zu haben und anstelle von hohen Versandgebühren und Zollabgaben sind Sammler bereit ein paar Euros mehr für ihre gesuchte Karte auszugeben. Poste deine Karten als Story-Sale bei Instagram und hoffe einen passenden Sammler zu finden.
Darum feiere ich den Film von Mischa Lorenz so
Der Film schafft es viele Facetten im Sammelkarten-Hobby abzudecken. Die kindliche Freude, die Spannung beim Öffnen von Karten, der Jubel bei Glück und die Enttäuschung bei Pech. Dazu kommen die Treffen mit netten Leuten aus dem Hobby, die vielen Erklärungen von Begrifflichkeiten und dazu kommt noch die außerordentlich professionelle Machart des Films.
Alle Teilnehmer dieser Challenge wussten, dass sie Teil eines YouTube-Projektes waren und haben dementsprechend unterstützend dabei geholfen. Wichtig ist nur, dass jeder dies erkennt und das nicht der normale Ablauf einer Trade-up Challenge ist.
Hast du schon mal eine Trade-up Challenge gemacht? Dann schreib mir deine Erfahrungen gerne in die Kommentare, schick mir eine Nachricht auf Instagram oder eine E-Mail.

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